Tobias Hauser Biography Images Text
Abgesehen von wenigen Ausnahmen, ist Holz (Linde oder Eiche) das Material aus dem Hauser seine Skulpturen schält. Wobei ihn offenbar die mit diesem Material verbundenen Assoziationen - Wärme, Erdgebundenheit, Ökologie - wenig interessieren. Holz ist lediglich das Material in dem er abbildet: Tücher, Matrazen, Bomben, Architekturen, Köpfe, organische Strukturen usw.
Auch die Oberflächenbehandlung steht im Widerspruch zu einer ideologischen Interpretation des organischen Werkstoffs. Meist sind die Skulpturen mit Enkaustik gefasst, lassen also das Material nicht erkennen. Vorzugsweise werden hochgiftige Pigmente, wie z.B. Bleimennige, ins Wachs gemischt.
Hauser arbeitet immer an der Grenze zum Erkennbaren. Alle Motive sind verknüpft mit Emotionen, flüchtigen Impressionen, Geschichten, Verunsicherungen und Behauptungen, die er in feste, bleibende Form setzt. Die Arbeiten wirken merkwürdig massig, was ihnen eine unerschütterliche, zeitlose Dimension zu verleihen scheint. Durch das Verwenden von Glas erhalten die Objekte allerdings auch ein hohes Maß an Fragilität, wodurch das Gesamtwerk an Ambivalenz gewinnt.
Motivisches wird knapp und stilisiert angedeutet. Die Eigenleistung des Betrachters sollte nun in der Verknüpfung der Metaphern bestehen.
„Bones“ thematisiert den Menschen in seiner „selbst gestalteten Umwelt.“ Das große Tryptichon hat den Untertitel „9.11.99“ und bezieht sich auf die Berliner Realität zehn Jahre nach der Wiedervereinigung. Der Potsdamer Platz mutiert zu einer Begegnungsstätte selbstgefälliger Architekten. Die Umwelt gestalten nicht die Menschen, die in ihr leben müssen, sondern Großkonzerne, deren Funktionalitätsdenken jeglicher Humanität entbehrt und den Entfremdungsprozeß zwischen Individuum und Stadt noch verstärkt. Es sind die Knochen der Utopien, die über dem Szenario schweben. Etwas Seelenloses, Abgestorbenes transzendiert Zeit und Raum der „Hauptstadt des 20sten Jahrhunderts.“
